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Ein Mikroorganismus (= Mikrobe) ist ein einzelliger Organismus, der allerdings auch in Zellkolonien existiert. Zu ihnen zählen:

Das informelle Synonym Mikrobe stammt aus dem griechischen mikrós "= klein" und bíos "= Leben".

Die Mikrobiologie, die wissenschaftliche Erforschung von Mikroorganismen, begann mit ihrer Beobachtung unter dem Mikroskop in den 1670er Jahren durch Antonie van Leeuwenhoek. In den 1850er Jahren fand Louis Pasteur heraus, dass Mikroorganismen den Verderb von Lebensmitteln verursachten, was die Theorie der spontanen Erzeugung widerlegte. In den 1880er Jahren entdeckte Robert Koch , dass Mikroorganismen die Krankheiten Tuberkulose, Cholera und Anthrax verursachen.

Mikroben sind in der menschlichen Kultur und Gesundheit in vielerlei Hinsicht essentiell. Zum Beispiel um Lebensmittel zu fermentieren, Abwasser zu behandeln, Treibstoff zu produzieren. Sie sind ein wichtiger Bestandteil fruchtbarer Böden. Auch haben einige die Fähigkeit Enzyme und andere bioaktive Verbindungen herzustellen (beispielsweise Antibiotika) und wieder andere sind Parasiten sowie Erreger von Infektionskrankheiten und als solche das Ziel von Hygienemaßnahmen.

Normalflora

Im menschlichen Körper bilden Mikroorganismen die menschliche Mikrobiom (Kommensale) einschließlich der essentiellen Darmflora.

Ein erwachsener Mensch von etwa 1013 (10 Billionen) Bakterien besiedelt, diese überwiegend im Gastrointestinaltrakt sowie auf der Haut und in der Mundhöhle. Die Zahlen sind grobe Schätzungen und die Wissenschaftler aus den Fachbereichen Medizin & Biologie passen sie etwa einmal pro Jahrzehnt an ;-).

Ein zentrales Prinzip bei der Besiedlung der „Oberflächen“ ist dabei, das die „guten“ Mikroben den verfügbaren Platz möglichst vollständig besiedeln, damit die „bösen“ keine Chance haben, sich dort niederzulassen. Eine Komplikation bei der Einnahme von Antibiotika ist, das diese auch die „gute“ Darmflora massiv dezimieren. Und ob irgendwelche „Drinks“ von namhaften Nahrungsmittel-Konzernen beim Wiederaufbau wirklich helfen, ist wissenschaftlich sehr umstritten.

Aber insbesondere Bakterien übernehmen weitere Aufgaben: sie helfen bei der Verdauung durch den Abbau schwer verdaulicher Nahrungsbestandteile (Ballaststoffe), bei der Synthese von Vitaminen (insbesondere B1, B2, B6, B12 und K) und sind durch die Spaltung langkettigen Fettsäuren zu kürzeren Ketten (z.B. Buttersäure oder Ameisensäure) für den typischen Schweißgeruch verantwortlich.

Mikroorganismen

Einige Zahlen und Fakten die das Ausmaß und die Wichtigkeit unserer kleinen "Freunde" verdeutlichen:

Fachbegriffe

A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  
N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z

[ A ]

Allergie

Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf einen an und für sich harmlosen Stoff, ein so genanntes Allergen. Am häufigsten sind Haut und Schleimhäute betroffen, die Barrieren nach außen darstellen und als erstes in Kontakt mit dem Allergen treten (Heuschnupfen, allergische Bindehautentzündung)

Antibiotikum (Mehrzahl: Antibiotika)

Stoff bzw. Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten

[ B ]

Bakterienflora, physiologische:

Natürliche Besiedlung bestimmter Körperregionen, die mit der Außenwelt Kontakt haben (z. B. Haut oder Schleimhaut in Mund, Magen-Darm-Trakt und Scheide) mit Miroorganismen. Diese haben u.a. eine wichtige Schutz- und Barrierefunktion.

Bakteriostase (Adjektiv: bakteriostatisch):

Hemmung der Bakterienvermehrung bzw. des Bakterienwachstums

Bakterium:

Einzellige Kleinlebewesen ohne echten Zellkern

Bakterizidie (Adjektiv: bakterizid):

Abtöten der Bakterien

Bronchitis

Entzündung der Bronchien, sie kann durch verschiedene Reize verursacht werden: infektiös durch Viren, Bakterien oder Pilze aber auch durch Allergene wie Pollen, sowie durch Tabakrauch oder Industrieabgase

[ C ]

Chemotherapeutika:

Sammelbezeichnung für (synthetische) Wirkstoffe, die Krankheitserreger oder Tumorzellen gezielt im Wachstum hemmen oder abtöten

[ E ]

Enterokolitis:

Schleimhautentzündung des Dünn- und Dickdarms

[ F ]

Fäzes:

Stuhl, Kot
fäkal = den Fäzes/Stuhl betreffend

[ G ]

Gastritis:

Entzündung der Magenschleimhaut

[ H ]

Helicobakter pylori:

Bakterium, welches als Erreger der chronischen Entzündung der Magenschleimhaut sowie als krankheitsfördernder Faktor der Entstehung eines Magen- und Zwölffingerdamgeschwüres gilt

Herstellung von Antibiotika :

Synthetisch: Chemische Herstellung von Antibiotika
Halbsynthetisch: Herstellung von Antibiotika durch chemische Weiterverarbeitung von aus Naturstoffen gewonnenen Ausgangsstoffen

[ I ]

Immunität (gegen Infektion):

Unempfänglichkeit des Körpers gegenüber bestimmten Krankheitserregern. Diese ist angeboren oder erworben, z.B. durch eine überstandene Infektion oder durch gezielte Impfung.

Immunsystem:

Komplex funktionierendes System zur Abwehr körperfremder Substanzen (z. B.: Bakterien) und zur stetigen Entfernung anomaler Körperzellen.

Infektion:

Übertragung, Haftenbleiben und Eindringen von Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilze, Protozoen, Würmer u. a.) in einen Makroorganismus (Pflanze, Tier, Mensch) und die Vermehrung in ihm

Inkubationszeit:

Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Infektionskrankheit

[ K ]

Keuchhusten:

Infektionskrankheit, ausgelöst durch das Bakterium Bordetella pertussis. Der Krankheit kann man durch eine wirksame und gut verträgliche Impfung vorbeugen.

[ L ]

Lichtschutzfaktor:

Maß für die Wirksamkeit von Lichtschutzmitteln; gibt an, um wieviel länger als ungeschützt man sich nach Auftragen eines Lichtschutzmittels der Sonne aussetzen kann, bis eine entzündliche Hautrötung auftritt.

Lymphknoten:

Organe des Lymphsystems, deren Aufgabe die Filtration von Gewebewasser (Lymphe) und die Produktion und Speicherung von Immunzellen ist.

[ M ]

Masern:

Infektionskrankheit, hervorgerufen durch das Masernvirus. Tritt vor allem im Kindesalter auf und hinterlässt lebenslange Immunität. Kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen (Lungen- und Hirnentzündung) führen. Vorbeugung durch Impfung möglich.

Mikroorganismus:

Kleinlebewesen z. B.: Bakterien, Viren, Protozoen (tierische Einzeller)

Mineralien:

Mineralstoffe, anorganische Nährstoffe, die dem Organismus mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Unterscheidung in Mengenelemente (kommen in größeren Mengen im Organismus vor: über 50 mg pro kg Körpergewicht; z.B. Calcium, Magnesium, Natrium) und Spurenelemente (nur in geringen Mengen im Organismus vorhanden: weniger als 50 mg pro kg Körpergewicht; z.B. Eisen, Iod, Selen, Zink)

[ O ]

Otitis media:

Mittelohrentzündung

[ P ]

Pathogen:

Krankheitserregend, krankmachend

Pneumonie:

Lungenentzündung

Protozoen:

Einzeller mit Zellkern

[ R ]

Resistenz:

Im Zusammenhang mit Infektionen: Widerstandsfähigkeit von Mikroorganismen gegen Antibiotika bzw. Chemotherapeutika

[ S ]

Salmonellen:

Gruppe von Bakterien, von denen einige als Erreger von Darminfektionen bekannt sind (wie unter anderem Lebensmittelvergiftungen, Typhus, Paratyphus)

Scharlach:

akute Infektionskrankheit, meist im Kindesalter, hervorgerufen durch Streptokokken

Schmierinfektion:

Übertragung von Krankheitserregern durch Berührung eines infizierten Menschen bzw. Tieres oder durch Berührung eines mit Körpersekreten (Speichel, Urin, Kot) kontaminierten Gegenstandes

Sekret:

Absonderungsprodukt von Drüsen und drüsenartigen Zellen (wie Speichel, Magensaft, Schweiß, Schleim)

Streptokokken:

Gattung rundlicher Bakterien, die sich in Paaren oder Ketten anordnen. Einige Arten können Krankheiten verursachen, wie zum Beispiel eine Hals-Nasen-Ohreninfektionen (Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Scharlach) oder eine Herzinnenhautentzündung.

Symptom:

Krankheitszeichen, Beschwerde

Synthese:

Aufbau einer chemischen Verbindung aus Elementen od. einfacheren Bausteinen

[ T ]

Tonsillitis:

Entzündung der Rachenmandeln

Tonsillopharyngitis:

Entzündung des Rachens und der Mandeln

Tröpfcheninfektion:

Übertragung von Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren über kleinste Tropfen, die beim Husten oder Niesen ausgestoßen werden

[ V ]

Vitamine:

für einen Organismus lebenswichtige organische Verbindungen, die aber von ihm selbst nicht od. nicht ausreichend gebildet werden können und deshalb regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Man unterscheidet wasserlösliche (z.B. Vitamin C) und fettlösliche (Vitamin A, D, E, K).

Viren:

Sammelbezeichnung für biol. Strukturen (in den bekannten Fällen meist Krankheitserreger), die für Wachstum und Teilung Wirtszellen benötigen (verfügen selbst nicht über notwendige Enzyme für Wachstum und Teilung)

[ W ]

Wirkspektrum:

Spektrum von Erreger, wie z. B. Bakterien, die durch ein bestimmtes Antibiotikum in Ihrem Wachstum gehemmt oder abgetötet werden. Man unterscheidet Antibiotika mit schmalem, mittlerem und breitem Wirkspektrum.

Wirktyp:

Es werden Antibiotika unterschieden, die das Wachstum von Bakterien hemmen (bakteriostatischer Wirktyp) von Antibiotika, die Bakterien abtöten (bakterizider Wirktyp)

[ Z ]

Zystitis:

Entzündung der Harnblase